Religion zurück  
 
B I L D
fehlt
leider
noch
    Gottfried Wilhelm Leibniz
    Freiherr von Leibniz

    Rationalismus
    1646 - 1716





Sein Leben Seine Philosophie Sein Nachwirken Download




 
1.7.1646 Geburt in Leipzig (1648 beendete der Westfälische Frieden den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648))

LEIBNIZ war bereits früh verwaist.
1661 Universität
1666 Doktorgrad an der Universität Altdorf

Er übernahm nie ein wissenschaftliches Lehramt, sondern schlug schon bald die Laufbahn eines Politikers ein.

Dennoch war LEIBNIZ Universalgelehrter und zwar als:
+ Diplomat
+ Jurist
+ Historiker
+ Mathematiker
+ Physiker
+ Philosoph

Als Diplomat ging LEIBNIZ nach Paris. Beauftragt vom Kurzfürsten sollte er König Ludwig XIV. von seinen kriegerischen Absichten abbringen, die die Niederlanden und Deutschland bedrohten.LEIBNIZ verfolgte dabei das Ziel, das christliche Europa zu einen, damit es gegen die nichtchristlichen Länder gemeinsam vorgehen kann. Dieser Plan funktionierte nicht.

Allerdings bildete sich LEIBNIZ in Paris umfassend weiter, indem er Descartes, Spinozas Ethik, Arnauld etc. studierte. Mit vielen großen Zeitgenossen hatte er Briefkontakt, was eine wichtige Quelle für LEIBNIZ` Schaffen ist.

In Paris erfand er die Differentialrechnung. Sie diente dazu, das unendlich Kleine in der Mathematik rechnerisch zu integrieren.
1676 herzoglicher Bibliothekar und Berater des Hofes von Hannover

zahlreiche Reisen nach Berlin, Wien und Rom
1695 Ende seiner vorbereitenden Periode, in der er seine philosophischen Gedanken entwickelte.
1695 Anfang der zweiten Periode, in der er seine Gedanken voll ausreifen ließ und wichtige Schriften verfasste (s.u.).
1700 Gründung der Berliner Akademie der Wissenschaften, die auf Anregung LEIBNIZ` zurückgeht (er wurde ihr erster Präsident)

Kontakt zum russischen Zaren Peter dem Großen (Pläne zur Förderung der Wissenschaften und des kulturellen Austausches)

LEIBNIZ´ umfangreiche Pläne scheiterten fast alle:Besonders misslang ihm sein Vorhaben, Katholiken und Protestanten in ihren christlichen Bekenntnissen zu einen. Schließlich wich er nur noch auf die Einigung von Lutheranern und Reformierten aus. Doch beides misslang.

in Hannover: hpt. Tätigkeit als Staatsrechtler und Historiker, aber trotzdem nebenher auch als Mathematiker und Philosoph

Durch seine Vielseitigkeit blieben viele Arbeiten unvollendet. Vor allem aber hat er nie ein gesamtes Philosophiesystem verfasst. Das macht die Forschung (z.B. durch Widersprüche) äußerst schwierig. Zudem war das wohl auch der Grund, weshalb er von Zeitgenossen und etwas späteren Philosophen kaum rezitiert wurde.
14.11.1716 Nachdem er beim Fürsten in Ungnade viel, starb er vereinsamt und verbittert in Hannover.



    2. Schriften
 
1695 "Neues System der Natur"
1704 "Neue Versuche über den menschlichen Verstand"
1710 "Die Theodizee"
1712 - 1714 "Monadologie"
"Prinzipien der Natur und der Gnade"



 
  3.1 Der Rationalismus
 
  • Insbesondere das 17. und 18. Jh. wird allgemeinhin als Aufklärung bezeichnet. Ein mittlerweile berühmte Definition, was Aufklärung ist, kommt von I. Kant (1783):
    "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen."

  • Somit ist für die Aufklärung folgendes charakteristisch:
    - der Gebrauch der Vernunft
    - die eigenständige Denkleistung des Individuums
    - eine Distanz zur Tradition und Autoritäten
    - eine sehr hoher Wert der Freiheit
    - Optimismus in Hinblick auf die Fähigkeit zu einer vernünftigen Lösung aller Fragen

  • In der Aufklärung ist zwischen Rationalismus und Empirismus zu unterscheiden.
Rationalismus Empirismus
  • Zum Rationalismus zählen bes. die Systeme des 17.Jh. von Descartes, Spinoza und LEIBNIZ.· V.a. in Frankreich und Deutschland.

  • Der Rationalismus misst der Erfahrung i. G. zum Empirismus nur wenig Aufmerksamkeit bei, da sie auf den menschlichen Sinnen beruht. Er versucht mit dem menschlichen Verstand, dem Macht des Denkens, das Ganze der Welt denkend erfassen zu können. In diesem Sinne ist ein Rationalist ein Philosoph, der es für nützlich und erlaubt hält, zur Erklärung aller von ihm akzeptierten Phänomene Hypothesen zu bilden, die er im Wege der Schlussfolgerung durch Hypothesen höherer Stufe auf oberste, möglichst allgemeine und möglichst einfach Prinzipien zurückzuführen. Auf diesen und aus diesen einfachen Prinzipien wird dann ein philosophisch, architektonisches Ganzes, das der "Baumeister-Gott" des 17. und 18. Jahrhunderts, vorgedacht und eingerichtet hat.

  • Als Meilenstein, wenn nicht gar als Vater des Rationalismus kann René Descartes gelten. Für ihn spielt der Verstand eine entscheidende Rolle. Nach ihm kann nur Klares und Evidentes wahr sein, woraus folgt, daß nur das logisch und rational Erfasste wahr sein kann.D.h. die Verstandestätigkeit ist einziger Garant der Wahrheit.

  • Die log. Ordnung der Welt ermöglicht es, sie deduktiv zu erfassen. Vorbild ist die Methode der Mathematik, aus wenigen sicheren Axiomen zu schließen.

  • Die Wirklichkeit besteht aus zwei (Descartes), einer (Spinoza) oder vielen (LEIBNIZ) Substanzen und ist von Gott vollkommen eingerichtet.

  • Wichtige Vertreter des Empirismus sind Fr. Bacon, Hobbes, Locke, Berkeley und Hume. V.a. in Großbritannien, später auch in Frankreich z.T. als Materialismus.

  • Ein vom Rationalismus grundsätzlich verschiedener Ausgangspunkt ist der sog. Empirismus, in dem v.a. Erfahrungen als Basis der jeweiligen Philosophie / Systeme dienen.· Wirklich sind nur einzelne Gegenstände und Phänomene. Der richtige Vernunftgebrauch kann diese ordnen und induktive Schlüsse aus ihnen ziehen.

  • Die Wirksamkeit dieses Ansatzes liegt v.a. in der Entstehung der Naturwissenschaft, aber auch in der Betonung des einzelnen in der Rechts- und Staatsphilosophie.

  • Viele Philosophen der Aufklärung weisen bedeutende Leistungen auch auf anderen Gebieten auf, als Mathematiker, Physiker, Politiker oder Diplomaten.

  • Die Einteilung der Philosophen bzw. deren Systeme in Rationalismus, Empirismus etc. ist und bleibt in vielen Fällen wage. Doch darf und muß sogar LEIBNIZ klar zum Rationalismus gezählt werden, von dem er sehr tief geprägt ist.
  • Die Religion
    Die Skepsis gegenüber der Tradition (Überlieferung und Autorität) bringt eine kritische Haltung gegenüber der Religion mit sich.
       + Es wird versucht, Aberglauben zu eliminieren und eine "rationalere Frömmigkeit" zu leben.
       + Besonderes Anliegen der Aufklärer ist die Toleranz unter Religionsgemeinschaften.
       + Weit verbreitet war zu dieser Zeit der sog. Deismus, d.h. Gott schuf die Welt perfekt, ohne jedoch danach noch einmal einzugreifen.


  • Die Naturwissenschaft
    In der Zeit der Aufklärung erfährt die Naturwissenschaft einen Durchbruch. Bewirkt vom Einsatz der Mathematik und durch die (neuen) Methoden der Beobachtung.
       + Paradebeispiel ist Newtons Mechanik von 1687: In ihr beschreibt Newton eine umfassende quantitative Naturerklärung, die streng kausal und ohne unnötige Hypothesen funktioniert.
       + Zahlreiche wissenschaftliche Neuentdeckungen werden in dieser Zeit gemacht.
       + Durch die positive Erfahrung, die Natur wissenschaftlich erklären zu können, bricht vielerorts ein gewisser Fortschrittsglauben auf.


  • Die Gesellschaft
    Das Bürgertum steigt auf, begünstigt durch positive wirtschaftliche Entwicklungen. Diese Prozess wird vom sog. Liberalismus begleitet: Als Wirtschaftstheorie fordert er freies Gewerbe und Handel.
    Sein berühmte Devise lautet: "Laissez faire, laissez passer." (Laßt machen, laßt gehen.)
       + Philosophisch werden die Rechte des einzelnen gegenüber dem Staat und dem Mitbürger entwickelt und gefestigt.
       + Wichtige Ergebnisse in der Rechtsphilosophie sind neue Formulierungen von Naturrecht und Menschenrechten.


  • Der Staat
    Klar, daß die philosophischen Gedanken, die Entwicklung des Bürgertums, die kritische Haltung und die Liebe zur Freiheit tiefgreifende Folgen für den Staat hatten. Wichtige Prinzipien wurde von der Philosophie formuliert:
       + Vertragstheorie: Die Herrschaft ist als Vertrag zwischen Volk und Regierung anzusehen.
       + Volkssouveränität: Die Staatsgewalt liegt beim Volk.
       + Gewaltenteilung: Um Machtmissbrauch auszuschließen, soll die Gewalt in verschiedene (sich gegenseitig) kontrollierende Organe aufgeteilt sein. Der klassische Ausdruck dieser Forderung findet sich bei Locke und Montesquieu.
       + Die Forderung nach demokratischer Beteiligung aller an der Macht.

    Die Umsetzung ist nach Land verschieden:
    England = konstitutionelle Monarchie (Königreich bei demokratischen Rechten, die durch verfassungsartige Texte garantiert sind).
    Kontinent = aufgeklärter Absolutismus nach dem Prinzip: "Nichts durch das Volk, alles für das Volk".
    Frankreich = Revolution 1789




  3.2 Logik
 
  • In der Logik wird er durch den Gedanken des Kalküls zum Ahnherrn der modernen Logistik. Damit ist gemeint, daß hauptsächlich einfache und allgemeine Ideen in universelle Symbole gefasst werden sollen. Diese Symbole werden dann weiter zu Vernunftwörtern verknüpft.
    Regeln sollen dabei die Verknüpfungen nach mathematischem System ausdrücken. So soll es möglich sein, Irrtümer künftig mathematisch zu lösen (als Rechenfehler).

    Siehe auch oben unter "Rationalismus".




  3.3 Die Monadenlehre
 
  • Um die Lehre von LEIBNIZ verstehen zu können, ist es notwendig, sich erst einmal Descartes zuzuwenden, da LEIBNIZ vor allem auf sein System reagiert hat.


  • 3.3.1 Descartes Lehre von den beiden Substanzen (Denken und Ausdehnung)
  • Descartes hat zwei verschiedenartige Substanzbegriffe entwickelt:
res cogitans res extensa
  • Descartes bezeichnet das Ich, das ihm aus dem Zweifel bleibt als res cogitans.

  • Darin fallen zusammen:
       + Geist
       + Seele
       + Verstand
       + Vernunft

  • Demnach ist res cogitans also ein Ding, das zweifelt, ja sagen, nein sagen kann, das will, nicht will usw.

  • Res extensa ist das Gegenstück zu res cogitans.

  • Es stellt die äußere Lebenswelt dar und sind besonders bestimmt durch:
       - Ausdehnung
       - Bewegung
       - ferner Gestalt, Größe, Anzahl, Ort und Zeit

  • Das alles sind die primären Eigenschaften der Körper.

  • Sie sind rational, da sie quantitativ und mathematisch erfassbar sind.


Sinneswahrnehmung Verstand
  • nur subjektiv, undeutliche Eindrücke von der Außenwelt möglich.

  • Kein wirkliches Abbild der Natur

  • D.h. Aussagen können nur über sekundäre Eigenschaften von Dingen gemacht werden (z.B. Farbe grün).

  • Nur er kann über die primären Eigenschaften der Dinge sichere physikalische Aussagen machen.

  • D.h. Aussagen können über die primären Eigenschaften gemacht werden.

  • Diese Lehre von den zwei Substanzen birgt in sich einen scharfen Dualismus. D.h., daß es außer dem ungeschaffenen und vollendeten Sein Gottes in der Welt zwei völlig getrennte Reiche gibt, nämlich:



Res Extensa Res Cogitans
ausgedehnte Körper
Leib
Ausdehnung
gestaltliche Quantität
mechanisch
determiniert
materielle Welt
reines Denken
Geist
unräumlichfrei
geistige Welt
  • Der Mensch hat Anteil an beiden Welten. Es herrscht also ein strenger Parallelismus zwischen res cogitans und res extensa.

  • Die Harmonie der beiden Substanzen wird durch die Lehre von den Lebensgeistern gewährleistet. Sie sorgen für den Übergang vom Körperlichen zum Geist und umgekehrt

  • Dabei gibt es eben einen strengen Parallelismus: Einem bestimmten Körperzustand soll ein seelischer entsprechen (z.B. Durstgefühl --> Trinken).

  • Der Garant für die Nützlichkeit des Systems ist die Konstruktion des gütigen Gottes.



3.3.2 Die Reaktion - das System LEIBNIZ´ auf Descartes
  • Besondere Schwierigkeit bereitete LEIBNIZ (und nicht nur ihm) der extreme Dualismus von Descartes. Man muß sich einmal vorstellen, wie leer und unwirklich die cartesianische Welt ist! Es gibt in ihr nur ausgedehnte Masse bzw. nach den mechanischen Gesetzen von Druck und Stoß funktionierende Körper-Maschinen und Punkte, die denken können.

  • Dieses System stellte für LEIBNIZ keine Alternative dar. Er wurde daraufhin bei Aristoteles fündig, um die Einheit eines Wesens wirklich als Einheit auch begreifen zu können (ohne Dualismus). Große Bedeutung bekam für ihn die aristotelische Entelechie: Das ist die Lehre von der ursprünglichen Kraft in jedem Ding, die die in ihm angelegte Bestimmung, sein Ziel zur Verwirklichung bringt (gr. En - ein und telechie von telos - Ziel).

  • Eine weitere Kritik übte LEIBNIZ an den Begriffen Ausdehnung und Bewegung, durch die sich ja nach Descartes alle Naturerscheinungen erklären ließen (res externa). Descartes formulierte dazu ein Gesetz von der "Erhaltung der Bewegung". Dagegen wehrte sich LEIBNIZ:

    1. Betrachtet man die Körperwelt nur unter dem Gesichtspunkt der Ausdehnung à dann ist Bewegung nichts weiter als Veränderung in den Nachbarschaftsverhältnissen der Körper. Da die Bewegung etwas rein Relatives ist (welcher Körper sich bewegt und welcher nicht, hängt allein vom Standpunkt des Betrachters ab), reicht dieser Begriff nicht aus, sondern muß um den Begriff der Kraft (Entelechie!) ergänzt werden. Die Kraft ist das eigentlich Reale.
      So müssen auch die Cartesianer den Wechsel von Bewegung und Ruhe anerkennen. Aber nur die Kraft kann, nach LEIBNIZ, diesen Wechsel erklären. Geht ein bewegter Körper in Ruhe über, so hört wohl die Bewegung auf, aber der Körper hört deshalb nicht auf, Kraft zu sein oder Kraft darzustellen. Diese ist dann lediglich als eine potenzielle Energie vorhanden.
      Es gibt deshalb kein Gesetz von der Erhaltung der Bewegung, sondern von der Erhaltung der Kraft.

    2. Ein weiteres Argument führt LEIBNIZ gegen die Auffassung von der ausgedehnten Substanz an, nämlich das der Kontinuität und der Teilbarkeit.
      Der mathematische Raum ist ein Kontinuum und daher unendlich teilbar. Ist Descartes´ Körperwelt rein geometrisch als Ausdehnung gedacht, muß diese, d.h. die Materie, ebenfalls ein Kontinuum und unendlich teilbar sein. Dies ist aber, nach LEIBNIZ, eine ideelle Sicht, es geschieht dort nur in Gedanken, es hat keine wirklichen Teile.Die wirkliche Materie (Materie im Sinne der Physik) kann nicht mit bloßer Ausdehnung gleichgesetzt werden. Das zeigt sich schon, wie LEIBNIZ betont, an der den Körpern innewohnenden Trägheit.Die Wirklichkeit kann nur aus echten Teilen bestehen, und diese können keineswegs beliebig teilbar sein.

  • Für eine folgende Lösung des Problems, was denn dann die Substanz der Körperwelt ist, genügt LEIBNIZ nicht die von den Griechen ausgebildete Atomtheorie, sondern er bindet eine metaphysische Ebene mit ein.

  • Er verbindet nämlich den mechanistischen Atombegriff mit dem aristotelischen Begriff der Entelechie (s.o.) und kommt so zu seinem Begriff der Monade, dem Kernstück der LEIBNIZschen Philosophie.
    Die Monaden nimmt er v.a. hinzu, um metaphysische Probleme zu lösen.

  • Die Monade bedeutet sprachlich erst einmal "Einheit" (von Giordano Bruno entlehnt?).

  • Im Gegensatz zu Descartes zwei Substanzen und zu Spinozas einer Substanz (die - für Christen unannehmbar - zu einem radikalen Pantheismus führt) denkt LEIBNIZ also die Welt als unendliche Vielfältigkeit individueller Substanzen, eben der Monaden (gr. monas - Einheit). [Vgl. bes. seine Schrift von 1714, die Monadologie, die man wohl mit "Theorie des Einen" übersetzen kann.]

  • Vier entscheidende Wesensmerkmale zeichnen die Monaden aus:
    1. Die Monaden sind Punkte. D.h., der eigentliche Urgrund des Seienden sind punktförmige Substanzen. Damit widerspricht LEIBNIZ der These vom Kontinuum: der eigentliche Urgrund ist kein Kontinuum, sondern Punkte.

    2. Die Monaden sind Kräfte, Kraftzentren. Ein Körper ist nach LEIBNIZ nichts anderes als ein Komplex von punktuellen Kraftzentren, also von Monaden.
      Sie haben also keine Gestalt, denn dies würde Teilbarkeit implizieren. Sie können als Substanzen weder erzeugt noch vernichtet werden.

    3. Die Monaden sind Seelen. Die punktuellen Ursubstanzen sind durchgängig beseelt zu denken, allerdings in verschiedenem Grade (s.u.).

    4. Die Monaden sind Individuen. Keine Monade ist mit einer anderen Monade identisch. Sie bilden eine lückenlose, kontinuierliche Reihe von der höchsten göttlichen Monade bis zur einfachsten. Jede spiegelt dabei das Universum auf ihre eigene, einmalige Weise. D.h. jede ist potentiell, der Möglichkeit nach, ein Spiegel des ganzen Universums.
      Individuell sind Monaden auch insofern, als sie "fensterlos" sind. Sie sind nach außen hin abgeschlossen. Keine Substanz oder Bestimmung kann aus ihnen heraus oder in sie hineinwirken.

  • Weiter müssen vier notwendige Begriffe bezüglich der Monaden zusammengedacht werden: perceptio, appetitus, repraesentatio mundi und prästabilierte Harmonie (diese unter 3.4), die den Wesensmerkmalen teilweise entsprechen.

    1. perceptio
      Alle Monaden "perzipieren". LEIBNIZ unterscheidet hierbei zwischen Perzeption und Apperzeption. Perzeption ist die Strukturiertheit eines Dings und seine Beziehung zugleich zu seiner Umwelt. Man kann Perzeption gut als "Information" verstehen. Jedes Ding, z.B. ein Baum, ist strukturiert durch in ihm liegende Eigenschaften, Informationen, deren Gesamtheit sein "Programm" darstellen (Gesamtheit der Punkte und Kräfte).
      Perzeption und Apperzeption bedeutet eine Steigerung der Fähigkeiten von Monaden. Die einfache, sog. "nackte Monade" enthält zwar alle Informationen über den Zustand aller anderen, ist sich dessen aber nicht bewusst (sie weiß nicht, daß sie den Zustand jeder anderer Monade kennt). Davon unterscheidet sich die Apperzeption, bei der die Perzeption vom Bewusstsein dieses Zustandes begleitet wird (z.B. Sinne und Erinnerung bei Tier und Mensch; nächst höhere:
      Vernunfterkenntnis und Selbsterkenntnis beim Mensch; die höchste und vollkommene Monade ist Gott als Ur-Monade).

    2. appetitus
      Die Perzeptionen wechseln ständig, da sie in Beziehung zu anderen Perzeptionen stehen (als Seelen und Individuen, aber eben fensterlos, mit einem eigenen das Universum spiegelndem Programm). Einen Baum z.B. gibt es nicht einfach so, sondern er wächst oder vergeht.
      Der Übergang von einer Perzeption zur anderen ist die "Kraft" oder "Begehrung", eben der appetitus der Monade. Diesen appetitus kann man verstehen als aktiven Vorgang der Verwirklichung eines Programms (z.B. Wachstum eines Baumes). Die Monaden sind in ständiger, innerer Veränderung: ein innerer Trieb zur Vervollkommnung, sog. Begehrungen/ appetitus, bewirkt den kontinuierlichen Übergang von einem Zustand in den anderen.
      LEIBNIZ geht dabei nie von Masse oder Materie als totem Stoff i.S. einer Ansammlung von Atomen aus, sondern stets von immer schon strukturierten Beziehungseinheiten, von dynamischen Grundgebgriffen.

    3. repraesentatio mundi
      Die "inneren Tätigkeiten" der Monaden besagen, daß die Aktivitäten der Monaden nicht von außen kommen, sondern in ihnen selbst angelegt, gewissermaßen vorprogrammiert sind (eben fensterlos). Das geht jedoch nur, weil jede Monade "ein fortwährender lebendiger Spiegel der Welt ist". Jede Monade steht in spiegelbildlicher Weise mit der Welt in Beziehung, d.h. mit anderen Monaden. Das Ganze wird im Individuellen repräsentiert (daher: repraesentatio mundi). Die "Informationen" und deren "Programm" (Begehrungen) spiegeln das Verhältnis der Einzelmonaden zu allen anderen Monaden der Welt wider (das Ganze des Universums), wie ein Punkt, in dem sich unendlich viele Winkel treffen.
      Durch die Individualität jeder Monade repräsentiert sich die Welt als äußerst vielfältig. Nach den verschiedenen "Gesichtspunkten" jeder einzelnen Monade also ebenso viele "perspektivische Ansichten des einzigen Universums".
      Trotz dieser Vielfalt ist die Welt kein Chaos, sondern beinhaltet eine allgemeine und durchgängige Gesetzlichkeit, die in den Monaden angelegt ist: die

    4. prästabilierte Harmonie





  3.4 Die prästabilierte Harmonie
 
  • Mit der prästabilierten Harmonie geht LEIBNIZ auf ein Problem ein, das schon seine Vorgänger beschäftigt hat.

  • Für Descartes war es äußerst schwierig, sein zwei Substanzen, Denken und Ausdehnung, irgendwie in ein Verhältnis zu bringen. Bei LEIBNIZ gibt es nun unendlich viele Substanzen, eben die Monaden, aus denen die ganze Welt besteht. Jede ist individuell und fensterlos. Nun bilden aber alle Monaden zusammen das harmonische Ganze der Welt. Wie ist das zu denken?

  • Völlig klar ist, daß sich das Verhältnis und das harmonische Ganze nicht aus den Monaden selbst erklären lässt. Es kann nur mit dem Urgrund erklärt werden, dem alle Monaden entstammen, nämlich der Gottheit.

  • LEIBNIZ hat diese Überlegung mit dem berühmten Uhrengleichnis verdeutlicht (von Geulincx übernommen):
    Man denke sich zwei Uhren, die fortlaufend ohne die geringste Abweichung übereinstimmen. Die Übereinstimmung kann dabei auf drei Arten funktionieren:

    1. Die Uhren sind durch eine technisch-mechanische Vorrichtung miteinander verbunden, so daß sie voneinander abhängig sind und daher nicht abweichen können.

    2. Im zweiten Fall muß ein Mechaniker angenommen werden, der die beiden Uhren jeweils wieder angleicht.

    3. Die dritte Möglichkeit besteht darin, daß die Uhren mit solch einer Präzision und Kunstfertigkeit gemacht wurden, daß eine Abweichung ausgeschlossen ist.

  • Dieses Gleichnis muß nun auf die verschiedenen "Substanzen" angewendet werden.

  • Descartes hatte das Fiasko, daß er zwar die augenfällige Tatsache des Zusammenklangs seiner beiden Substanzen nicht leugnen konnte, eine gegenseitige Einwirkung aber andererseits auch nicht gut heißen konnte, da er von zwei Substanzen mit zwei Begriffen ausgegangen ist, die nichts miteinander zu tun haben.

  • Die Occasionalisten halfen sich mit der zweiten Möglichkeit, indem sie in Gott den Mechaniker sahen, der durch immer neue Eingriffe die Übereinstimmung herstellt.

  • Diese Möglichkeit kam für LEIBNIZ nicht in Frage, weil sie aus Gott einen "Deus ex machina" macht, um diese Frage zu beantworten, was doch eigentlich auf natürlichere Weise zu erklären sein muß.

  • Auch die Möglichkeit Spinozas lehnte er ab, weil dieser gar keine zwei Substanzen, sondern nur eine annahm und zwar eine göttliche Substanz. Das führte jedoch zum Pantheismus, in dem Gott in die Welt und die Welt in Gott aufgeht. LEIBNIZ jedoch blieb bei der theistischen Überzeugung von einem außerhalb und über der Welt stehenden Gott.

  • Bleibt also nur die dritte Möglichkeit. Demzufolge hat "Gott von Anbeginn an jede Monade so geschaffen, daß eine jede, indem sie nur ihre eigenen Gesetze befolgt, die sie zugleich mit ihrem Dasein empfangen hat, mit der anderen genau ebenso in Übereinstimmung bleibt, als wenn ein gegenseitiger Einfluss stattfände oder als wenn Gott immer mit seine Hand eingriffe".

  • Von einem Organismus, der als Vorbild für das Zusammenwirken von Monaden gilt, kann LEIBNIZ sagen: "Eine Zentralmonade" umgibt sich mit unendlich vielen anderen, als deren Entelechie sie wirkt"

  • Das ist seine Lehre von der prästabilierten (das heißt von Gott im voraus angelegten) Harmonie.




  3.5 Theodizee
 
  • Bereits die Lehre von der prästabilierten Harmonie und der damit implizierten Weltsicht, lässt den LEIBNIZschen Optimismus erkennen. Noch deutlicher wird dieser allerdings in der Abhandlung der Theodizee. Dazu muß man nochmals einen Schritt zurückgehen, um vor allem die Stellung und Vorstellung Gottes in LEIBNIZ´ Gedanken zu begreifen.

  • Wie vom Rationalismus (s.o.) schon bekannt, steht der Verstand bei LEIBNIZ über der Empirie. Die reine Aneinanderreihung von Erfahrungsdaten ergibt nur wahrscheinliche Ergebnisse, auf Vernunfterkenntnis gegründete dagegen klare und richtige. Dadurch kommt LEIBNIZ zu einer Unterscheidung:
    1. von sog. Vernunftwahrheiten; die notwendig sind und deren Gegenteil unmöglich ist,

    2. von Tatsachenwahrheiten, die nur zufällig sind und deren Gegenteil möglich ist.


  • In Analogie dazu unterscheidet LEIBNIZ weiter zwischen zwei Reichen:

    1. dem der Zweckursachen = dem der Seelen

    2. dem der Wirkursachen = dem der Körper


  • Zweckursachen und Wirkursachen sind miteinander harmonisch verbunden. Dem korrespondiert, ebenfalls in harmonischer Weise, die zwei Reiche:

    1. das Reich der Natur

    2. das Reich der Gnade


  • Diese zwei Reiche bilden eine Gemeinschaft geistiger und moralischer Wesen unter göttlicher Führung.

  • Gott wirkt überall, etwa als Urheber der prästabilierten Harmonie, doch haben die Geister bes. enge Verbindung zu ihm durch bewusste Teilhabe an Gottes Größe und Güte: sie können das System des Universums erkennen und es teilweise auch nachahmen.

  • LEIBNIZ erkennt somit "Gott als Architekt der Maschine des Universums und ... als Monarch des Gottesstaates der Geister".

  • Aus verschiedenen Prinzipien folgert LEIBNIZ die Existenz Gottes (zusätzlich zu den oben erwähnten Gründen) und die Existenz der Welt.
    1. Das Prinzip vom zureichenden Grund

    2. Das Prinzip des ausgeschlossenen Widerspruchs

    3. Das Prinzip des Besten


  • Das Prinzip vom zureichenden Grund und vom ausgeschlossenen Widerspruch bildet die Grundlage aller Vernunfterkenntnis. Es besagt:
    "...keine Tatsache kann wahr und existierend, keine Aussage richtig sein, ohne daß ein zureichender Grund vorliegt, weshalb es so und nicht anders ist, wenngleich diese Gründe in den meisten Fällen uns nicht bekannt sein mögen".
  • Der letztzureichende Grund muß Gott sein.

  • Aus diesen Überlegungen zieht LEIBNIZ die Schlussfolgerung, daß es deshalb auch nur eine göttliche Substanz gibt und diese auch vollkommen sein muß.

  • Dementsprechend wäre es möglich, daß es unendlich viele Welten von Gott her gäbe, die je nach dem Grade ihrer Vollkommenheit zur Existenz kommen könnten. Doch kommt an dieser Stelle eben das Prinzip des Besten mit ins Spiel. Danach hat nämlich Gott nur die einzig existierende, damit auch die beste aller möglichen Welten geschaffen. Sie hat im Vergleich zu allen anderen den höchsten Grad an innerer Angemessenheit, indem sie allen drei Prinzipien gleichermaßen entspricht. Das hat zur Folge:
    "Hierdurch erhält man die größtmögliche Mannigfaltigkeit, die indes mit der größten nur möglichen Ordnung Hand in Hand geht, d.h. man erhält so viel Vollkommenheit, als nur möglich ist."

  • Noch einmal anschaulicher und präziser wird ein Teil des eben Gesagten dadurch, daß man es im Umkehrschluss durchspielt:
    Wäre die geschaffene Welt nicht die beste, gäbe es also noch eine bessere, so müsste Gott diese bessere entweder nicht gekannt haben à das wiederspräche aber seine Allwissenheit. Oder er hat sie nicht zu schaffen vermocht à das widerspräche seiner Allmacht. Oder er hat sie nicht gewollt à das widerspräche seiner Allgüte.

  • Auf diesem Hintergrund wird es nun überdeutlich, daß sich die quälende Frage gezwungenermaßen stellen muß, warum es in der "besten aller Welten" dann überhaupt Böses, Leid, Sünde und Unvollkommenheit gibt. Auf diesen gewichtigen Einwand ging LEIBNIZ mit seiner Abhandlung über die Theodizee ein, in der eine Art der Rechtfertigung Gottes angesichts des Übels entwirft.

  • Um das Problem zu lösen, geht LEIBNIZ von drei Arten des Übels aus:

    1. Das metaphysische Übel
      Es rührt von der Kreatürlichkeit, d.h. letztlich von der Endlichkeit unserer Welt her, denn sonst würde es sich nicht um eine von Gott geschaffene Welt handeln. Alles Geschaffene ist eben deshalb unvollkommen, denn wäre es vollkommen, wäre es dem Schöpfer, also Gott, gleich und somit selbst göttlich und keine Geschöpf mehr.

    2. Das physische Übel (Leid, Schmerz etc.)
      Dieses übel leitet sich aus dem metaphysischen Übel ab. Die Unvollkommenheit der geschaffenen Wesen impliziert gleichzeitig unvollkommene Empfindungen, wie Unlust und Leiden, eben Fehlerhaftigkeit. Ferner wird das physische Über von seiner Funktion her erklärt. Es kann nämlich einerseits nützlich sein (z.B. zur Erhaltung des Individuums), einerseits als Strafe zur Besserung dienen.

    3. Das moralische Übel (z.B. Sünde)
      Auch hier gilt: Ein geschaffenes Wesen muß in seiner Unvollkommenheit notwendig fehlerhaft sein und sündigen. Ferner wird aber das moralische Übel als Folge menschlicher Freiheit und als Grund für die christliche Erlösung erklärt.


  • Gott selbst hat zwar das Übel nicht gewollt, aber zugelassen, doch das Gute überwiegt bei weitem.




 
  4.1 Kritik
 
  • An dieser Stelle soll lediglich auf einige Kritikpunkte aufmerksam gemacht werden, ohne diese im einzelnen zu diskutieren.

  • Es ist klar, daß die Gedanken LEIBNIZ´ nicht widerspruchsfrei sind. Als Universalgelehrter hatte er das Problem, erstens nie ein einheitliches und gänzlich durchdachtes System bilden zu können (was auch daran liegt, daß er nie gelehrt hat), zweitens kaum Veröffentlichungen und Verschriftlichungen seines Denkens hinzubekommen. Das dritte, daran anschließende Problem ist bei LEIBNIZ seine Terminologie. Er fand nicht immer gleich die richtigen Worte für das, was er sagen wollte, was er dachte. Deshalb verwendete er zahlreiche Begriffe für ein- und dieselbe Sache.

  • Auch die einerseits feste, traditionelle Überzeugung des christlichen Glaubens mit den andererseits neuen und von ihm anerkannten Naturerkenntnissen, brachte Spannungen mit sich (dasselbe gilt für philosophische Auseinandersetzungen mit christlichen Grundanschauungen, an denen LEIBNIZ´ unerschütterlich festhält).

  • Die Welt besteht nach LEIBNIZ aus den ausdehnungslosen Monaden und ihren Vorstellungen, aus nichts anderem sonst. Doch ist dem Mensch durch seine Sinne die Welt als ein im Raum ausgedehntes Kontinuum wahrnehmbar. LEIBNIZ bezeichnet dies aber als eine Täuschung, denn in Wahrheit ist das scheinbare Kontinuum ein Komplex von punktuellen Monaden. Das läuft jedoch auf eine Leugnung der Realität des Raumes hinaus. Auf der anderen Seite lehrt LEIBNIZ aber eine Vielheit nebeneinander bestehender Monaden, und wo sollen diese sich anders nebeneinander befinden als im Raum? Daß sie ineinander gehen können oder gar substanzlos sind, ist selbstverständlich ausgeschlossen. Denn wie sollte es dann komplexe Monadenansammlungen geben, wie es z.B. Organismen repräsentieren?

  • Der Gedanke von der prästabilierten Harmonie, die von Gott im Schöpfungsakt von Anbeginn der Welt an festgelegt wurde, birgt in sich einen Determinismus. Wie ist das mit der (Willens-?)Freiheit des Menschen zusammenzudenken, die ja als Erklärung für das moralische Übel in der Theodizee als deren Folge vorausgesetzt wird?

  • Indem LEIBNIZ mit seiner Lehre den christlichen Glauben gegen Skeptiker, wie z.B. Bayle (gegen ihn richtet sich die Theodizee), verteidigen will in Hinblick auf das Leiden des Menschen in der Schöpfung, stellt er folgende Frage: Woher wissen wir denn, daß die Glückseligkeit des Menschen der alleinige oder Hauptzweck der Welt ist? Der göttliche Weltzweck geht nicht auf einen Teil, sondern auf das Ganze der Schöpfung, und dieser Weltzweck darf nicht den Anspruch eines Teiles der Geschöpfe, seinen es auch die höchststehenden, geopfert werden!
    Das ist tatsächlich eine interessante Frage und Folgerung. Doch Schwierigkeit bereitet darin die Stellung des christlichen Gedankens des Heilsplans, der ja gerade der Erlösung des Menschen dient. Prinzipiell ist es problematisch, in LEIBNIZ´ Gedanken die Heilstat Gottes unterzubringen. Denn ist alles von Anfang an von Gott her festgelegt, also determiniert, was bedarf es dann noch einer Erlösung oder z.B. der Wunder Christi? Trotzdem hält LEIBNIZ erstaunlicherweise an der übernatürlichen Gnadenwirkung der Erlösung und z.B. der Wunder fest.

  • Eine Versöhnung der Widersprüche auf einer höheren Ebene war zwar für LEIBNIZ unmöglich, wurde aber später im Werk Kants angegangen (s. unter Kant), so z.B. der scheinbare Gegensatz von Determinismus und Freiheit, von Idealität und Realität des Raumes usw.




  4.2 Nachwirken
 
  • Da LEIBNIZ, wie gesagt, kein System ausgebildet hat und auch nicht lehrte, gab es nie eine "LEIBNIZsche Schule". Daß er jedoch nicht in Vergessenheit geriet, ja mehr noch, daß er noch einen beachtlich großes Nachwirken hatte, ist dem Professor aus Halle und Marburg zu verdanken:

4.2.1 Christian Wolff (1679 - 1754)
  • Er beeinflusste durch seine dt. Schriften wesentlich die philosophische Sprache. Sein System besteht aus einer Um- und Weiterbildung der Gedanken LEIBNIZ´, so daß man von einer "LEIBNIZ-Wolffschen Philosophie" sprechen kann. Diese wird durch Wolffs Schüler zur wirkungsreichsten Lehre der dt. Aufklärung.

  • Er definiert Philosophie als die "Wissenschaft aller möglichen Dinge, wie und warum sie möglich sind."

  • Die Philosophie tritt als System auf, dessen Grundlage die Ontologie bildet. Ihre Prinzipien sind, wie bei LEIBNIZ, das vom zureichenden Grund und das vom ausgeschlossenen Widerspruch, wobei Wolff ersteres auf letzteres zurückführt. Es ist Aufgabe der Ontologie als "erste theoretische Vernunftwissenschaft", die widerspruchsfreie Begründung für die Möglichkeit von Gegenständen und ihre Ordnung zu klären.

  • Die spezielle Metaphysik untersucht "Gott, Seele und Welt" als Theologie, Psychologie und Kosmologie.

  • In der Ethik formuliert Wolff aus der Vollkommenheit der Natur das Gesetz:
    "Tue, was dich und deinen Zustand vollkommener macht, und unterlass, was dich und deinen Zustand unvollkommener macht."


4.2.2 Abschließend zu LEIBNIZ
  • LEIBNIZ war trotz Lücken, Widersprüche und fehlender, umfassender Systematik ein großer Denker, der zu Recht zu den großen Philosophen der Geschichte zählt.

  • Die Hauptgedanken, auf denen sein "System" ruht, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

    1. der Gedanke der vollkommenen Vernunftgemäßigkeit des Universums, das heißt seiner logischen Gesetzlichkeit;

    2. der Gedanke der selbständigen Bedeutung des Individuellen im Universum;

    3. der Gedanke der vollkommenen Harmonie aller Dinge

    4. der Gedanke der quantitativen und qualitativen Unendlichkeit des Universums;

    5. der Gedanke der mechanistischen Naturerklärung

    6. das Zusammendenken von Gegensätzen, von Einheit und Vielheit


 
  • An den jeweiligen Stellen habe ich bewusst auf Zitatnachweise zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet, da die hier vorliegende Arbeit eine Zusammenschau der Sekundärliteratur ist und deshalb häufig und viele Zitate beinhaltet. Lediglich Originalzitate der Philosophen sind mit Gedankenstrichen gekennzeichnet. Alle Zitate sind jedoch der folgenden Literatur entnommen:


  • HELFERLEIN, CHRISTOPH: Geschichte der Philosophie, Stuttgart, 2-1992.

    KUNZMANN, PETER; BURKHARD, FRANZ-PETER; WIEDMANN, FRANZ: dtv - Atlas, München, 7-1998.

    STÖRIG, HANS JOACHIM: Kleine Weltgeschichte der Philosophie, Frankfurt am Main, 1995.


Daniel Ahrnke    




     DOWNLOAD dieser Arbeit
ZIP-Datei DOC-Dokument




Diese Seite ist optimiert für Netscape 6.x/ IE 5.x und für eine Auflösung von 1024x768 Pixel.

[Inhalte]
Alle Rechte liegen bei dem/ der jeweiligen Autor/-in bzw. den Autoren/ Autorinnen.

[Design / Konzeption / Gestaltung / Idee]
©    C o p y r i g h t    2001    by    Daniel Ahrnke    (DANEWS)
All rights reserved


Mehr zum Thema Recht unter "Kommunikation und Information".
Sollten Sie rechtliche Unstimmigkeiten gefunden oder Fragen bezüglich des Copyrights von DANEWS haben, kontaktieren Sie bitte DANEWS!